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Candida – klein, aber oho

Candida – die meist unentdeckte Volkskrankheit. Einige von Euch haben sicher schon davon gehört.

Viele haben diese Infektion und wissen noch nichts davon  – deshalb möchte ich heute grob darüber aufklären, was das überhaupt ist, wie man es erkennt und was man dagegen machen kann. Wer sich tiefgründiger informieren möchte, der kann  www.candida-info.de besuchen – eine, wie ich finde, sehr gute Seite zum Thema.

Nun, was ist das überhaupt. Candida ist ein Hefepilz, den prinzipiell jeder in sich trägt. Durch verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel enormer Stress über einen längeren Zeitraum, häufige Antibiotikagaben, Allergien, Einnahme von Kordison, Nährstoffmangel aufgrund von Diäten, aber auch immunschwächende Erkrankungen wie Krebs und Aids – kurz alles, was unsere Abwehr schwächt, hat er die Möglichkeit sich zu vermehren. Die daraus entstehende Erkrankung kennt man unter dem Namen Candidose. In diesem Fall wäre der gesamte Organismus betroffen. Darum soll es hier gehen. Zur Gruppe gehören aber auch Soor, Windeldermitis und ähnliches – dabei sind nur die Haut, bzw. die Schleimhäute befallen. Diese Formen werden in der Regel einfacher erkannt, weil sie schlicht und ergreifend zu sehen sind.

Candidose ist da viel heimtückischer. Sie baut sich meist über Wochen, Monate oder Jahre auf, bevor sie entlarvt wird.

Aber wie merkt man, dass man eventuell befallen ist. Das ist nicht so leicht zu sagen, denn jede Candidose ist individuell. Ich werde einfach mal meine Symptome aufzählen, die ich über einen langen Zeitraum hatte. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder.

– Gefühl eine Kloßes im Hals – ohne Schilddrüsenerkrankung

– Wandernde, teils heftige Muskel- und Gelenkschmerzen

– enormes Durstgefühl – ohne Diabetes – durch einen stets trockenen Mund und Rachen

– häufige Halsschmerzen – Entzündung des Rachens

– chronische Erschöpfung und ständige Müdigkeit

– häufige Infektionen, oder zumindest das Gefühl dauern krank zu sein, verbunden mit starker körperlicher Schwäche

– Gliederschmerzen wie bei einer Erkältung

– heftige Rücken- und Nackenschmerzen

– unerklärliche, kurz anhaltende, aber heftige Fieberschübe

– eine brennende, taube/pelzige Zunge, Mundschleimhaut und Rachen

– kribbelnder Gaumen

– „Ameisenlaufen“ vorwiegend auf der Kopfhaut und im Gesicht

– Gelenkschmerzen, Kribbeln in den Gelenken, bis hin zu kurzzeitigen Lähmungen von Händen, Armen oder Beinen

– starke Schmerzen in den Knien, bis hin zum Einschlafen der Knie während des Laufens

– Muskelschwäche, was sich vorrangig mit zitternden Händen bemerkbar machte (einen Stift halten, geschweige denn schreiben war schier unmöglich)

– Sogenannte Fibromyalgien ( Weichteilrheuma)

– Krämpfe

– Kältegefühl – eigentlich überall im Wechsel. Schleimhäute waren aber am häufigsten betroffen

– Grundlose Zahn- und Kieferschmerzen

– häufiges Sodbrennen unabhängig von der Ernährung

– stagnierendes oder steigendes Gewicht, trotz Diät

– Enormer Zuckerhype. Nicht einfach ein wenig Appetit, sondern echter Entzug mit zitternden Händen

– geschwollene Lymphknoten

– Wechsel von starken Durchfall und Verstopfung

– Übelkeit, Magendrücken oder –schmerzen, Appetitlosigkeit

– Aufgeblähter Bauch

– Trockene, schuppige Hautstellen – mit meist scharfer Abgrenzung zur „gesunden“ Haut

– schlecht heilende Wunden, teils Neigung zur Narbenbildung

– brüchige Nägel

– Kopfschmerzen bis hin zu Migränesymptome (Licht- und Geräuschemfindlich)

-Allergien und Asthmaanfälle wurden häufiger und heftiger, Kurzatmigkeit

– keine Ausdauer, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, bis hin zu Apathie und Depressionen mit allem drum und dran. (Heulanfälle, Wutausbrüche, starke ungewollte Stimmungsschwankungen)

-Herzasen, Herzstechen oder Herzstolpern, meist in Verbindung mit Panikattacken und Angstneurosen

– innere Unruhe und Schlaflosigkeit (trotz der steten Müdigkeit), allgemeine Schlafstörungen und das Gefühl trotz Schlaf keine wirkliche Erholung zu bekommen

– Geruch und Geschmack lies nach

Zum Schluss hin, als sich alles zuspitzte gab es noch

–          Häufige Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung – schlicht das Gefühl, den  ganzen Tag neben sich zu stehen

–          Kreislaufprobleme, Schwindel, Schwanken, Stolpern – wie betrunken sein

–          Aufmerksamkeitsstörungen, wie man es von AdhS  kennt, Konzentrationsschwäche, Blockaden, Vergesslichkeit

–          Probleme beim Lesen das Gelesene zu verstehen

–          Sprachfehler, Wörter und Namen fallen einem nicht mehr ein, Buchstaben werden vertauscht, Stotterneigung, Probleme allgemein mit der Aussprache

–          Schmerzende Augen und Sehstörungen (Nebel auf der Linse, verschwommenes Sehen), Kurzsichtigkeit verstärkte sich drastisch

–          Teils starke Druckschmerzen im Bruskorb (zwischen den Brüsten), an den Rippen, Brustschmerzen allgemein, und ein einengendes Druckgefühl in der Brust – meist zusammen mit Schmerzen im Schulterblattbereich

Die Liste ist nicht vollständig. Es ist auch nicht so, dass ständig alles gleichzeitig präsent war. Die Symptome wechselten teils sehr schnell. Es sollte nur deutlich gemacht werden, dass man sich eigentlich ständig wie ein sehr sehr alter, gebrechlicher Mensch gefühlt hat. Die Gedanken kreisten nur noch um die Krankheit(en).

Für einen Arzt ist das dem geschuldet natürlich schwer nachzuvollziehen. Da kommt schnell die Idee auf, ob die angeblichen Beschwerden nicht vielleicht psychischer Natur sind. Weil dann meist die Scheu dazu kommt, einen weiteren Arzt zu kontaktieren und eine weiter Abfuhr zu bekommen, lassen die meisten es schleifen, oder machen es wie ich – sie lassen immer einige Symptome von verschiedenen Fachärzten behandeln. Das ist aber nicht die Lösung des eigentlichen Problems.

Denn der Hefepilz kann weiter wachsen, solang er unentdeckt bleibt.

Als es mit immer schlechter ging, wurde natürlich der Wunsch auf Heilung immer dränglicher!

Zu meinem Glück wanderte der Pilz irgendwann auf die Zunge. Ein dicker weißer Belag, auf einer tauben, knallroten Zunge veranlasste den Arzt eine Nystatinsuspension zu verschreiben. Da laß ich zum ersten Mal vom Hefepilz. Dann ging es eigentlich recht rasch.

Mit einem ersten Selbsttest wurde der Verdacht erhärtet.

Dazu nimmt man am frühen Morgen, vorm Essen und vorm Zähne putzen ein Glas Wasser und spuckt hinein. Am besten mehrmals, dass genug Spucke drin ist.

Dann beobachtet man die Spucke. Sollte sie in der nächsten halben Stunde Fäden bilden, oder gar klumpig zu Boden sinken, dann sollte man in diese Richtung „weiter recherchieren“.

Der nächste Schritt wäre die Stuhlprobe. Entweder beim Arzt, oder vorab daheim. Dazu mit einem PH-Wert Teststreifen auf dem Stuhl entlang streifen (am besten, am letzten Stück, was –sorry, jetzt wird’s eklig –  raus kam, weil da noch die meisten Kulturen drauf sind). Ist diese Probe sauer, dann ist das ein weiteres Indiz für die Infektion.

Zu guter Letzt kann man noch einen Online-Fragebogen ausfüllen, um ganz sicher zu gehen:

http://csn-deutschland.de/candida2.htm

Spätestens wenn der positiv ausfällt, sollte man einen Arzt kontaktieren.

Wie geht es jetzt weiter? Zuerst einmal sollte der Pilz mit Nystatin vernichtet werden und im Anschluss der Darm mit darmeigenen Bakterien saniert und das Immunsystem mit Vitaminprätaraten (Orthomol ist da sehr gut) gestärkt werden.

Unterstützend MUSS eine Diät eingehalten werden. Dazu gehört, dass man sämtlichen Zucker (weißer Zucker, brauner Zucker, Zuckerersatzstoffe, Fruchtzucker,  Honig und co) und zuckerhaltige Produkte aus der Ernährung streicht. Ja, komplett. Denn davon ernährt sich der Pilz.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass (so verlockend es auch klingt) eine Diät nicht ohne Medikamente zum Ziel führt. Denn der Pilz ist Überlebenskünstler und holt sich bei Zuckermangel seinen Zucker einfach aus dem Blut. Aushungern funktioniert also nicht!

Im Zuge dessen ist es sinnvoll sich Kohlehydratarm zu ernähren, weil der Körper ja Kohlehydrate in Zucker umwandelt.

Ausserdem sollte man auf alles verzichten wo Schwein enthalten ist, weil Schwein Entzündungen im Körper verschlimmert. Durch Candida ist ja ohnehin der Darm und evt. die Speiseröhre dauerentzündet.

Auch Kuhmilch und Kuhmilchprodukte sind mit Vorsicht zu genießen, da diese die Darmzotten verkleben und das erschwert die ohnehin spärliche Nährstoffaufnahme zusätzlich.

An Salat hingegen kann man sich satt essen. Grob kann man sagen, dass man sich vorrangig vollwertig ernähren sollte.

Diese Diät muss mindestens so lang fortgeführt werden, bis der Infekt überstanden ist. Das kann in leichteren Fällen mindestens 9 Wochen dauern – in einigen Fällen hörte ich aber auch schon von Verläufen über einem Jahr.

Also nicht aufgeben. Ausrutschen dürfen keines Falls passieren. Denn auch der kleinste Ausrutscher in den ersten 9 Wochen können den Behandlungserfolg signifikant zunichte machen.

Eine sehr detaillierte Liste was erlaubt, erforderlich und verboten ist, findet man auf www.candida-info.de

Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass Magenkrämpfe und Übelkeit unter der Akutbehandlung normal sind. Diese Schmerzen begründen sich darin, dass die Mykosen (Pilze) sich von den Schleimhäuten lösen.Während diesen Vorgangs bildet sich (in geringen Mengen) ein Gift. Deshalb ist es ratsam während der Behandlung die Leber mit entgiftenden Tees zu unterstützen!

Auch eine Erstverschlimmerung der oben genannten Symptome können auftreten. Auch das ist normal. Deshalb wird die Dosierung von Nystatin Schrittweise angehoben.

Ich wünsche Euch (und mir) gute Besserung!